Wo fangen wir an? Hmm – mit einer Bitte. Ihr erhaltet zwar jeweils eine E-Mail – schaut euch doch den Blog unter www.elaseebi.ch an – da ist «nämlich» alles gebüschelt und das Ganze macht auch eine «Falle».
Wir sind am 1. April 2021 wunderbar in Sal angekommen. Zwar etwas müde von der langen Reise, aber voller Tatendrang. Unser neues «Heimetli» war «Santa Maria» auf der Insel «Sal». Wir hausten die erste Zeit im Appartement «Villa ao Mar» – bevor wir dann, nach der Abreise von Rahel ins «Casa Pau» umzogen. Hier an dieser Stelle – das Casa Pau ist ja das herzlichste Casa – in welchem wir bis anhin «husen» durften. Rui der Hausherr hat alles selbst gemacht und Berta, die liebe Hausherrin sorgt nicht nur für europäische Sauberkeit – auch in die Deko wird sehr viel Liebe gesteckt. Der scharfe «Schnurrli» sorgte eine Nacht für ein «gemaue» – wir dachten, es geht um Leben und Tod. Aber Ela erklärte ihm dann, was sich gehört und die Nacht darauf war dann Ruhe.




No stress
Kaum gelandet, sieht und hört man den Slogan der Cabo Verder überall. NO STRESS. Daran angepasst haben wir uns schnell. Das liegt wohl daran, dass man gar nicht «jufeln» kann – man muss so viele schöne Sachen anschauen. Im Städtchen von «Santa Maria» hört man Musik aus den Musikboxen oder ab und an live, viele Wände sind mit Wandbemalungen geschmückt, am «Santa Maria Pier» herrscht das bunte Treiben der Fischhändler und ab und zu stösst man auf einen Strandverkäufer. Der weisse Sandstrand haut einem um. Wir konnten unser Strandtuch quer hinlegen. Für uns natürlich «legendär» – aber für die Cabo Verder, welche vorwiegend vom Tourismus leben, alles andere als schön. Die Strände sind wie leer gefegt und einen Tisch im Restaurant bekommt man mühelos – ganz ohne Reservation.








«Schiggimiggi»-Offroadtrip am Ostersonntag | 3. April 2021
Nach der ersten Erholung am Strand ging es am Ostersonntag auf eine Inseltour. Wir buchten dafür «Caramau Tours». Michaela kommt ursprünglich aus Deutschland – was uns natürlich in die Karten spielte. Da wir die einzigen Gäste waren, passten die beiden den Ausflug ganz unserem Rhythmus an. Caramau ist der unterhaltsame Chauffeur, Michaela die kompetente, charmante Reiseleiterin. «Häi» was haben wir mit diesen beiden gelacht. Wir durften hinten auf dem Pickup sitzen und Michaela erzählte uns viel über die Insel und ihr könnt uns glauben, wir haben sie mit Fragen gelöchert! Als wir in einer eher ländlicheren Gegend an einem Schulhaus ohne Fenster vorbei fuhren und Michaela unsere Gesichter lesen konnte – da wir uns über die fehlenden Fenster wunderten, erklärte sie uns, dass das hier ganz normal ist, dass man die Fenster abmontiert, sonst fehlen sie nach den Ferien. Wir glauben, an dieser Stelle braucht es keine weitere Erklärung…
Zuerst fuhren sie mit uns nach «Mudeira» von wo man den Blick auf den «Monte Leão» (schlafenden Löwen) bestaunen konnte. Weiter ging es in die Hauptstadt «Espargos». Die Stadt ist nach den gelben Spargeln benannt, die überall aus dem Boden schiessen – aber leider nicht essbar sind. Da wir zur Znüni-Zeit in Espargos waren und alle nach Kaffee schrien, machten wir natürlich einen kurzen Stopp – der es in sich hatte. Da wir drei Neuankömmlinge den typischen Schnaps «Grogue» bis anhin noch nicht degustierten, bestand vor allem Caramau darauf, dass wir den zum Znüni mal so reinhauen. 2 Shots und gefühlt 0.5 Promille später – ging es leicht «angesüsselt» weiter zum Fischerdorf Palmeira. Ein nettes, farbenfrohes Dörfchen. Auch auf Sal findet man ein «Blue Eye» – und direkt daneben die «Buracona»-Bucht. Das dauerte gefühlte 10 Sekunden und Seebi steckte in den Badehosen. Das Wasser ist Glasklar und durch die Wellen fühlte sich die riesige Badewanne wie ein grosses Sprudelbad an. Die beiden anderen Frostbeulen «tönkleten» einen kurzen Augenblick ihre Zehen darin – das musste reichen. Als wir dann Seebi wieder rausgefischt hatten – ging es Richtung Nirgendwo. Und zu unserem Erstaunen sahen wir dort «Fata Morganas». Ganz eindrücklich. Ja man hat wirklich ein wenig das Gefühl – dass man den «Verstand» verloren hat. Man sieht etwas, was gar nicht da ist. Und das lag nicht am Znüni-Schnaps. Das hat uns zumindest Michaela gesagt und sie machte ja diese Tour nicht zum ersten Mal!!
Ihr fragt euch sicherlich, wieso «Schiggimiggi» im Untertitel steht. Caramau spricht gut deutsch. Und immer wenn Deutsche oder Schweizer eine Tour buchen, sind das halt für ihn so «Schiggimiggi»-Typen. Auch hat er es sofort begriffen, wie der Hase läuft. Ela = Chef, Rahel = kleiner Chef, und ja, Seebi ist der «Bro»!! *riesenfrechgrins*
Weil Michaela und Caramau Corona bedingt auch nicht ausgebucht waren, hatten sie mehr Zeit für uns. Unter anderem liessen wir die Woche am Sonntag-Abend im «Marcos Restaurant Lombinha» ausklingen. Dort spielt am Sonntag immer eine Live-Band, Fleischspiessli und Super Bock (2 dl) für je einen Euro. «Läck» hatten wir ein Gaudi. Herzlichen Dank für eure Zeit, die erfrischenden Gespräche, die hilfreichen Inputs und die wundervolle Schiggimiggi-Tour bleiben uns in toller Erinnerung..
Blutgruppe Mojito
Männer aufgepasst – das ist ein Tipp von Rahel: Wenn am Karfreitag das Fleisch unter einem Spiegelei liegt – dann sieht er es da oben nicht und es ist nicht gesündigt. *Fingerdätsch* Aber zur Verteidigung von Rahel müssen wir hier sagen, es kann ja schliesslich in den Ferien mal passieren, dass man es mit den Feiertagen nicht so im Griff hat. Aber wir dachten, wir teilen euch diesen Trick hier an dieser Stelle mit.
Als typisches Frühstück gibt es hier nicht etwa einen Fruchtsalat mit Yoghurt, neinein, die lassen es schon beim Frühstück krachen. «Cachupa» ist das Nationalgericht der Inseln – ein richtiges Soulfood Gericht, ein Essen, das Leib und Seele zusammenhält. Der Eintopf besteht aus diversen Gemüsesorten und wird von den Einheimischen in verschiedenen Varianten morgens, mittags und abends gegessen. Pommes geht unter Gemüse. Denn hier wird nicht etwa Reis oder Pommes gegessen. Nein – es gibt Reis UND Pommes. *omg* Aber zum Glück auch viel frischen Fisch. In der «Óla Brazil» Strandbar gibt es die besten Mojitos und Caipis. Da Rahel ja die «Blutgruppe Mojito» hat, mussten wir diese natürlich testen und ja, sie schmecken wirklich hervorragend. Und auch die Bedienung ist toll. Wir durften sogar am Schweizer-Tisch sitzen und Seebi hat mal wieder diverse «Bro’s» gefunden. Wir sind ja gespannt, wie viele Brüder sich auf der Reise noch finden werden. *bigsmile* Auf der anderen Seite vom «Städtli» gibt es die Strand-Beiz «Angulo Cabo Verde» – diese liegt unmittelbar neben der Tauchschule, welche Seebi besuchte. Dort kann man auch auf Liegestühlen «sönnele» – den leckeren Kaffee von der Nachbarsinsel «Fogo» geniessen und der Fisch kommt direkt vom Fischerboot auf den Teller – via Küche versteht sich. Aber ab und an machen sich die ersten «Glüste» bemerkbar. Als Ela um die Mittagszeit auf dem Liegestuhl vor sich hindöste, hörte sie es, wie «Cordonbleus» geklopft werden. Ja es waren keine Cordonbleus, irgendwelche Bretter wurden zusammengenagelt. Augen zu und durch – und der Salat schmeckte dann auch vorzüglich. Trennkost sozusagen.






Unterwasserwelt | ab 4. April 2021
Am Ostermontag starteten wir beide mit der Tauchschule. Seebi feiert die Unterwasserwelt. Ela kann das nicht. Das mit dem Atmen unter Wasser ist nichts für sie. Und bevor Ela das ganze Meer «aussauft» – lässt sie es lieber. Seebi als «Atemschützler» feierte es natürlich, mit einer Sauerstoffflasche am Rücken die Schätze vom Meer zu entdecken. Nicht nur das Tauchen gehört dazu, auch Theorie musste gebüffelt werden und Überlebensübungen am Pier von Santa Maria gehörten zum Pflichtprogramm. Fanny, die VIP-Tauchlehrerin der Tauchschule «Eco Dive School Cabo Verde» machte einen top Job. Seebi war der erste Tauchschüler seit März 2020 (kein Schreibfehler)!! Herzlichen Dank an das ganze Team von Sandra. Der Captain manövrierte sie jeweils wieder sicher an Land und Samba war an Land der Chauffeur vom Toyota mit Charakter sowie «rüstete» und wartete sämtliches Material.
Unser zweites Appartement, das Casa Pau, lag gerade mal einen Katzensprung von der Tauchschule entfernt. Zwei Mal umfallen und «zäck», steckt Seebi im Neoprenanzug. Sieht übrigens sehr sexy aus. Wir sehen jetzt gerade, wie ihr euch das so vorstellt und schmunzelt. Ist nicht weiter schlimm, Ela musst es sich auch jeweils verkneifen. Das war natürlich sehr «gäbig», dass die Schule so einen tollen Standort hatte und schon ein gutes Argument, noch einen Tauchkurs anzuhängen. Nach dem „Open Water Diver“ packte Seebi das Fieber «dermassen», dass er sogar noch den Kurs „Deep Diving“ absolvierte. Er ist wohl der einzige Taucher weltweit, welcher auf seinem Profilbild vom Tauchausweis eine Wollmütze trägt und im Hintergrund die Schneelandschaft zu erkennen ist.








Segeltörn | 9. April 2021
Für die einen ein Traum, für andere ein Albtraum. Für vier Stunden ging es aufs offene Meer. Für Seebi mal über dem Meeresspiegel, statt immer nur drunter! Vier Stunden Wellen, fliegende Fische, Sonnentanken, Schnorcheln und die Meerespriese geniessen. Also zumindest für 2/3. Ela und Seebi genossen es – es konnte gar nicht lang genug gehen, Rahel wurde nach ein paar Minuten äusserst ruhig und auch verschwand sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht. Puh – ihr Horrortrip. Aber kaum an Land, kam die Farbe zurück und der kleine Snack im Óla Brazil auf leeren Magen mundete ausgezeichnet. Wir buchen das mal unter Halbtagsgrippe ab.



Santiago – Hauptstadt Praia, wir kommen | 16. April 2021
In der Hauptstadt «Praia» leben rund 250’000 Menschen. Das macht die Hälfte aller Inselbewohner aus – also aller Inseln zusammen!! Unglaublich. Wir hausten im «Casa Sodadi». Ein nettes Appartement mitten im Geschehen. Von dort aus hatten wir die Gelegenheit, drei Tage die Stadt als auch die ganze Insel zu erkundschaften.
Praia und seine Sehenswürdigkeiten | 17. April 2021
Da wir wirklich mitten im «Plateau» wohnten, konnten wir zu Fuss die Highlights von Praia «abklappern». Das bunte Treiben im «Sucupira Market» steuerten wir als erstes an. Zwei Etagen voller Früchte, Gemüse, Gewürze, Würstchen, Eier – buntes treiben, feilschen und mittendrin so was in der Art wie ein Marktrestaurant. Boah – diese Farbenvielfallt haut einem um. Und wenn man dort den ganzen Tag «Marktwirtschaft» betreibt, ist man am Abend sicherlich platt. So viel steht fest. Chapeau vor diesen Frauen.
Da am Sonntag, 18. April 2021 die Wahlen stattfanden – besuchten wir den «Presidential Palace», bevor sich dort die Wahlfreudigen «Fans» versammelten. Der Palace verfügt über einen wunderschönen Park – welcher «pigobello» in Schwung gehalten wird. Unmittelbar daneben befindet sich das «Monumento de Diogo Gomes». Dieser behält zu seiner rechten einen die Übersicht auf den Hafen «Porto da Praia» und geniesst zur linken eine tolle Aussicht auf die Halbinsel «Santa Maria Islet» sowie den Leuchtturm «Farol de D. Maria Pia». Der Leuchtturm strahlt im Übrigen bei Sonnenuntergang ganz schön kitschig-romantisch. Ein paar Schritte vom Monument entfernt, findet man das Verteidigungsministerium mit dem berühmt berüchtigten Panzer davor. Um zum «Parque 5 de Julho» zu gelangen – macht man einen Spaziergang durch den «Sucupira Market». Von Matratzen, Fisch, Eiern, Handys, Unterwäsche bis hin zu Hühnern – dort kriegst du alles. Und Seebi wäre, wenn er gewollt hätte, auch Ela losgeworden. *pfui-Fingerdätsch*







Abends feierten wir in der «5al Da Música» Bar. «Heiterebeck» geht es dort zu und her. Wir zwei einzigen Ausländer wurden natürlich schön in die erste Tischreihe platziert. So konnten wir die Künste der Live-Band aus nächster Nähe geniessen. Das mit dem Mitsingen überleisen wir den anderen einheimischen Fans. Klein und Gross klatschten, tanzten, feierten was das Zeugs hält und ab und an floss auch ein Schnaps – Lebensfreude pur. Wir tanzten über den Fussgängerstreifen nach Hause (wir sind uns nicht mehr ganz sicher, ob wir den auch «gebreicht» haben) – aber eins steht fest: Noch zwei Tage später winkte uns der Türsteher zu. So schlecht konnte unser Gesang auf dem Nachhauseweg dann doch nicht gewesen sein! *lol* Aber noch kurz zur Band zurück. Anfangs spielte der Keyboarder, der Bassist und auch der Schlagzeuger war pünktlich vor Ort. Der Rastafari-Bongo-Mann stoss dann so eine halbe Stunde später dazu und der Sänger musste sich zuerst noch mit einem Dinner stärken. Das Servicepersonal wusste ganz genau, wem was mundete. Der Keyboarder hatte am Schluss ganz schön einen sitzen und auch die anderen paar Band-Kameraden hatten einen intus.

Der letzte Schrei
Ela hat übrigens ein neues Lieblingslied, welches man den ganzen Tag hören kann. Und für alle die sie bestens kennen, können bestätigen, dass sie über einen äusserst hervorragenden Musikgeschmack verfügt. Wer sich selbst davon überzeugen und eine Hörprobe nehmen will: El Chombo von Chacarron. Aber Achtung, Ohrwurmgefahr!! Seebi verdreht schon die Augen wenn er die ersten drei Töne hört.
Inseltour mit Zé | 19. April 2021
Kaum zu glauben aber wahr. An einem Sonntag läuft in der Hauptstadt Praia fast nichts. Mit ach und krach und viel lieber Hilfe von Einheimischen wurde uns das Strand-Restaurant «Linha d’Água» empfohlen. Dort erhaschten wir den vorhin bereits erwähnten romantischen Blick auf den Leuchtturm «Farol de D. Maria Pia» und auch das Essen schmeckte wunderbar.
Am Montag-Morgen holte uns Zé ab. Ein liebevolles einheimisches Lexikon führte uns um die Insel. Aber zuerst machten wir beim Onkel Doktor halt. Ja der liebe Corona-Schnelltest stand als erstes auf dem Tagesprogramm. Negativo – wie schön. Und es ging weiter. Er wusste uns allerhand über die Insel und dessen Bewohner zu berichten. Zuerst steuerten wir die zweitgrösste Stadt «Assomada» auf der Insel Santiago an. Dort ging es in die Markthalle wo wieder buntes Treiben herrschte. Aber dort sahen wir nicht nur Früchte, Gemüse, Gewürze und dergleichen. Es hat unter Anderem einen ausgiebigen Fischmarkt und das Huhn kannst man lebendig oder bereits «gerupft» kaufen. Für uns «schiggimiggi» Schweizer ungewohnte Düfte. Aber auf alle Fälle lohnenswert – zwei, drei Mal tief Auszuatmen und an etwas anderes zu denken.
Die Fahrt führte uns weiter zu einer Landwirtschaftsschule. Dort lernen angehende Agronomen, was es alles braucht für eine optimale Ausnutzung der Ressourcen. Nahe der Stadt Assomada steht der dickste und älteste Baum der Inselgruppe. Der Poilon, ein alter Kapokbaum, ist geschätzte 500 Jahre alt und hat einen Umfang von fast 40 Metern. Um zum Kapokbaum zu Fuss zu gelangen, kommt man an einer traditionellen «Schnapsfabrik» vorbei. Hehe, diese lustigen Kerle sind auch den ganzen Tag «angbedusselt». Die Frucht wird 12 Tage eingelegt bis sie gärt. Der Ofen wird noch traditionell mit Holz eingefeuert. Über ein Rohr gelangt dann das Hochprozentige in ein Auffangbecken. Das wird dann vom «Meistro» streng bewacht. Nur schon von ein paar Atemzügen war uns bestens bewusst, dass das nichts für eine schwache Leber ist.
Wir nahmen die Fahrt Richtung «Tarrafal» auf. Dieser Ort ist vor allem bei Tauchern beliebt. Auch der Palmenstrand mit den buntbemalten Fischerbooten ist eine Augenweide. Nach einer Mittagspause ging es via Ost-Seite nach Hause. Zé legte noch einen Halt bei einer Kokosnuss-Verkäuferin direkt am Strassenrand ein. Eine nette Erfrischung und ein schmackhaftes «Zvieri». Viele traditionelle Häuser, Bauernhöfe oder ein Mix aus beidem machte uns nachdenklich. Das einfache Leben, welches geführt wird, ist beeindruckend und für uns Westliche nur nachvollziehbar, wenn man es mit eigenen Augen sieht. Wir ziehen echt den Hut – mit welcher Lebensfreude sie durchs Leben gehen.
Fogo-Fogo-Fogo | 20. April 2021
Ein kleiner Junge sass im 30-minütigen Flug von Santiago nach Fogo hinter uns. Als er die Insel erblickte, blühte er auf und «feuerte» die Insel regelrecht an: Fogo-Fogo-Fogo!! Wir imitierten den Knirps in den folgenden Tagen noch öfters. Süss. Da wir leicht verspätetet ankamen, wartete José Doce geduldig auf uns. No stress! *zwinker* In seinem 4×4 ging es zuerst zum lokalen Markt in die Stadt «São Felipe». Er musste noch die Besorgungen für unser Nachtessen machen. Wir schlenderten wie zwei Volltouristen durch das Gewimmel dieser vielen Leute. Also eigentlich suchten wir uns einen Platz im Schatten und bestaunten das Durcheinander. «Heiterebeck». Hier noch ein Fisch über die Gasse, dort ein Pannenfahrzeug mitten auf der Strasse (stand wahrscheinlich schon vier Tage dort) und überall Frauen mit Essbarem, welches Sie auf ihren Köpfen durch die Gegend trugen. Zwischenzeitlich lies José auf dem Parkplatz vom Schlüsselservice «Xavi» einen Zweitschlüssel für seinen PW anfertigen. Nach allen Besorgungen ging dann die 1.5 stündige Fahrt los. Doce heisst Süssigkeit übersetzt. Aber die Fahrt war alles andere als süss – «holperig» würde es eher treffen. Unser neues Zuhause für die nächsten fünf Tage auf 1’700 m.ü.M. heisst «Pensao Casa José Doce» in «Portela Chã das Caldeiras» und wie es der Name schon sagt, ist José der Hausherr. Wir sind mal wieder die einzigen Gäste und haben eine ganze Wohnsiedlung für uns. José baute aus eigener Kraft ein «kleines» Dorf. 17 Casas, ein Gemeinschaftsraum, eine Terrasse und alles aus Lavastein gefertigt. Ein Künstler zugleich. Alle Figuren, welche er in den Bau integrierte, sind von ihm selbst gefertigt. Auch bekochte er uns, organisierte uns eine SIM-Karte, führte uns als Guide auf den Vulkan und zeigte uns die Insel. Ein Allrounder schlechthin.







Das erste Abendessen schmeckte sehr gut. Fisch-/ Gemüseeintopf à la José, begleitet mit Reis. Er kochte für eine ganze Fussballmannschaft. Und es war schwierig für uns ihm zu verklickern, dass uns das Essen wunderbar schmeckte, aber es viel zu viel war. Am nächsten Morgen gab er alles. Als wir aufstanden, rief er uns zu sich. Er röstete in seinem «Ofen-Haus» frische Kaffeebohnen, die wir dann in einem anderen Haus nebenan, gemeinsam traditionell von Hand mahlten. Das selbstgemachte Brot backte zwischenzeitlich im Ofen – direkt vor unserem Casa – in der Erde. Das Feuer obendrauf sorgte für die richtige Temperatur. «Läck», das Frühstück mit dem lauwarmen Brot und dem frisch gemahlenen Kaffee war genau das Richtige. Denn anschliessend erkundeten wir die Lava-Region. Wir liefen einmal zum Wald und wieder zurück. Sehr eindrücklich, diese Landschaft. Wald würden wir dem jetzt nicht sagen – eine Reihe von Bäumen trifft es wohl eher. Aber schon verrückt – wir sahen Bäume, die wie verbrannt waren und doch weiter lebten. Saftiges Grün – richtig kitschig und wie gemalt.
Weiter ein tägliches Highlight oder so ähnlich war die Dusche. Die war nämlich meistens kalt und entsprechend sehr kurz. Die Haare wurden auch nicht mehr täglich gewaschen – soviel war allen beteiligten von Anfang an klar. Weiter hatten wir täglich zirka zwei Stunden Strom. José gewinnt diesen via Solarpanels. Und wenn es nicht ganz reicht, hat er noch einen «Geni». Somit sprangen wir jedes Mal, wenn José sprach: Es werde Licht – wie Teenager los, um sämtliche elektronischen Geräte wieder aufzuladen. Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen.
Abends genossen wir frittierten Fisch mit einer Gemüsepfanne und Polenta mit Erbsli. Als Krönung servierte uns der herzliche José eine flambierte Banane. Diese hatte ordentlich «Bums».
Vulkan «Pico do Fogo» – wir kommen… | 22. April 2021
Obwohl wir zwei sehr artig waren und früh zu Bett gingen – klappte es mit dem «Einfpussen» nicht so wirklich. Wir waren wohl etwas zu sehr aufgeregt, oder es lag am Fogo-Kaffee und dem dazugehörigen Zucker-Schnaps-Dessert. Fogo bietet eine der grandiosesten Vulkanlandschaften der Erde. Ein Feuerberg, der in seiner Form an ein gleichschenkliges Dreieck erinnert, dem die Spitze abgebrochen ist.
04:40 Uhr und der Wecker klingelte. Wir stärkten uns zuerst mit einem Kaffee und genossen den Sternenhimmel. Das ist der «födliblotti Wahnsinn». So etwas haben wir bis anhin noch nie gesehen. «Boah», aber zack-zack mussten wir loslaufen – damit wir den Sonnenaufgang bei unserer Wanderung geniessen konnten und natürlich um die Mittagszeit wieder retour waren – wegen der Sonne. Sehr eindrücklich – von unten sieht man die Krater der «kleineren» Vulkane gar nicht. Ein paar innere Flüche später kamen wir pünktlich nach 3.5 Stunden auf 2’829 m.ü.M. an. Man roch den Schwefel jedoch schon viel weiter unten.
Ela schwörte sich innerlich, dass sie nie mehr so einen «Furz» vorschlagen wird. Das ist dann nicht mal auf den Mist von Seebi gewachsen – das ist ja noch das «Verrückte»!! Der Abstieg war anfangs leicht kriminell. So über Steine abzusteigen und man weiss, wenn es losgeht, «räbelt» es aber länger – ist nicht so unser Ding. Die meiste Zeit jedoch konnten wir jedoch in der Lava-Asche runterschleifen – wir standen teils bis zu den Knien in der Asche. Unten angekommen, liegt der Krater des «Pico Pequeno» von 2014. Viel wunderschönes buntes Gestein. Wir haben auch zur Erosion beigetragen, denn jeder Schuh wiegt nun mindestens 500g mehr, schön aufgefüllt mit Lava-Asche. Unser Guide José ist wie ein «Steinbock». Entweder springt es mit ihm, oder er sitzt und wartet auf die «langsamen» Touristen. Und der Nussgipfel obendrein ist, er telefoniert noch die ganze Zeit dabei – den Weg nach oben als auch nach unten. Es gibt nur ein paar wenige Funklöcher. Wir haben uns überlegt, ob er Aufgrund von Corona auch Homeoffice-Wanderungen anbietet. *riesenfrechgrins* Ela bucht diese das nächste Mal. Ist ja bequemer mit einem Cüpli in der Hand zuzuschauen, wie andere den «Hoger hoch zu krakzeln». José hatte aber dann mit uns zwei einpanierten verbarmen und heizte den Ofen für warmes Wasser ein. Das war toll. Schön haben wir das am dritten Tag auch noch in Erfahrung gebracht.
Inseltour Fogo | 23. April 2021
Nach den Schweissperlen vom Vortag gaben wir uns am kommenden Tag die Touri-Tour, einmal um die Insel – und wieder zurück auf 1’700 m.ü.M.
Start war natürlich wieder der Onkel Doktor. Wir hatten aber etwas bedenken, wenn die uns das Wattenstäbchen ins Nasenloch stecken, ob das dann nicht schwarz rauskommt. Aber alles gut gegangen – der Doktor nahm Blut!
Weiter ging es. Zuerst fuhren wir in irgend so in ein Dorf. José fragt uns am Abend zuvor, ob er jemanden mitnehmen darf, wo auch gerne Inseltouren anbieten möchte, um Erfahrungen zu sammeln. Kein Problem. Es war Celine. Hehe – wir sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen. Erstens wussten wir schon von diversen Telefonaten, wer Celine sein konnte und dann sah sie auch noch unverschämt gut aus. Die Inseltour mit dem liebevollen José war so eine Sache. Eigentlich war es eine Runde um die Insel auf der einzigen Hauptstrasse – und die ist ja wirklich, wie bereits vorhin erwähnt, alles andere als «geschmeidig». Das Mittagessen beim lokalen Restaurant haute uns dann auch nicht um. Es ist eine Wohnung und die Terrasse wurde als Restaurant umgemünzt. Fazit: Immer zuerst essen und erst dann den Besuch zur Toilette. «Scheiss» auf die Kalorien, frittiert ist immer gut und ja nicht zuviel überlegen, wer was wie zubereitet hat. Nein-nein, Bilder geht weg.







Wir haben wieder viel gelernt. José hat 28 Geschwister. Sein Vater ist so was wie der «Dorfmuni». Die 29 Kinder sind von 4 Frauen. José musste mit 7 Jahren 5 Stunden Arbeitsweg unter die Füsse nehmen, damit er in einem Nachbarsdorf in der Landwirtschaft auf einem Bauernhof arbeiten konnte. Die Familie hatte zu wenig Nahrung für alle Kinder und so musste José Geld verdienen. Die Mama gab ihm zwar jeweils Geld mit auf den «harten» Weg, aber zu wenig für genügend Nahrung. Ein liebevoller Mann, welcher heute 78 Jahre alt ist, hatte zum Glück verbarmen und gab ihm jeweils Wasser und auch etwas zu essen. Wir lernten ihn auch noch kurz kennen. Ein richtig herzlicher «Baba». José sagte uns, dass er ihm das nie vergessen wird. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum José so ein gutes Herz hat. Er verteilte auf dem Nachhauseweg gepflückte Früchte an allerlei Leute und in einem «Mini-Mercado» kaufte er «Zückerli», die er den Kindern im Dorf grosszügig verteilte. Das sind dann schon solche Erlebnisse und Geschichten, die einem abends berühren und beschäftigen.
Wir möchten die Begegnung mit José, das heitere Lachen und seine Lebensfreude nicht missen. Wir ziehen den Hut vor ihm, was er ohne wirkliche Schulbildung alles erreicht und geschaffen hat. Ein kreativer Macher, welcher das riesige Herz am richtigen Ort trägt. Er ist mit dem, was er hat, so zufrieden, keine Spur von Eifersucht und sein Liebe zum Pico de Fogo können wir gar nicht in Worte fassen. Er selbst machte auf unserer Tour ein Foto vom Vulkan, es ist das Hintergrundbild auf seinem Smartphone und er spricht ununterbrochen von ihm. Er hat ihm und seiner Familie schon einmal alles genommen, was sie hatten und dennoch bleibt er dem Vulkan treu.
Retourflug nach Praia | 25. April 2021
Morgens nach dem Frühstück war Zahltag. Sozusagen wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag in einem. «Läck» hatte er Freude und das kleine Trinkgeld und ein paar Sachen, die wir ihm übergaben, bereitetem ihm so viel Freude, dass er uns noch ein Glas gemahlenen Kaffee schenkte. Auf der rund eineinhalbstündigen Fahrt zum Flughafen fuhren wir, ohne Witz – zuerst einmal durchs ganze Dorf mit offenem Fenster, Musik bis die Boxen fast explodierten und «Gejohle» von zwei mittelmässig-begabten Sängern. Es wusste dann das ganze Dorf, dass er einen tollen Tag hatte. Was haben wir gelacht. Auch haben wir dafür gesorgt, dass wir noch lange in Erinnerung bleiben. José hatte eine Katze mit drei kleinen Bussis. Eines tanzte ein wenig aus der Reihe. Entweder spielte sie mit ihrem Schwanz oder Schatten, neckte die Mama und Geschwister – oder aber sie trank. Ja, wir haben sie dann Sebastian getauft – und José und zwei seiner Brüder, welche wir kennen lernen durften, fanden das mit dem Namen eine gute Idee.
Wir flogen für weitere vier Nächte zurück nach Praia. Dort zogen wir uns ein Hotel mit Pool rein. Eigentlich wollten wir zuerst nach Tarrafal, haben uns dann aber ganz bewusst für die Variante in Praia entschieden. Zum einten konnten wir uns 2 Mal den langen Transferweg von Praia nach Terrafal sparen und auch war es uns wichtig, nach dem eher «urichigen» Trip mal wieder die Möglichkeit zu haben, alles auszupacken, zu reinigen und alle Ritzen zu putzen. Denn schliesslich steht uns eine lange Reise bevor. Wir fliegen am 29. April 2021 nach Namibia – und kommen dann dort erst am 1. Mai 2021 an. Ja was man nicht alles auf sich nimmt, wenn man noch jung ist! *lol*
Selbstverständlich hört ihr nach unserem 1-monatigen Selbstfahrer-Trip wieder von uns – versprochen. Und unter uns, aber «bssst»: wir sind etwas aufgeregt – was uns erwartet….
Wir wünschen allen eine super tolle Zeit – geniesst die ersten Lockerungen und «haltet durch».
Das obligate Drööckerli darf natürlich auch nicht fehlen.
Herzlichst – die schon fast Ex-Cabo Verderlis























































Ganz herzlichen Dank für den tollen Bericht. Es freut uns, wenn es euch so gut gefallen hat. Wir werden bestimmt bald wieder nach Sal und Praia reisen.
Nun wünschen wir euch viel Freude und gute Gesundheit bei der Weiterreise.
Bis dann
Pa
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Anfangs war ich etwas verunsichert: Weltreise und Corona? Echt?
Aber jetzt: Dank Pandemie zur privaten touristischen Destination. (Nein, nicht nur irgend ein privater Strand; DIE GANZE GEGEND! 😀 )
Für die Einwohner tuts mir natürlich sehr leid.
Aber schön gibt es immerhin doch auch einige wenige positive Aspekte an dieser Krise.
Geniesst eure Reise.
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Toller Bericht und herrliche Bilder, vielen Dank und no Stress auf der bevorstehenden Reise. Guter Flug und auf bald, Kuss Vera
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Hallo zusammen
Wir hoffen bei euch ist soweit alles bestens, wie auch bei uns.
Auguri, ihr schreibt so spannende Berichte, dass am Schluss ein sensationelles Buch verfasst werden sollte mit dem Titel “Weltreise in Corona Zeiten“ Ich bewundere euch. Macht weiter so.
Wir haben am 1. Mai die Covid Impfung gemacht und alles ist gut verlaufen. Auch Gabi hat es gut überstanden. Am 31. Mai werden wir dann zum 2x gepixt. Ist ja keine Sache, geht so schnell.
Wir wünschen euch weiterhin viele spannende und lustige Momente. Bleibt gesund.
Ganz liebe Grüsse Vilma & Werner
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Liebe Ela, lieber Sebi
Vielen herzlichen Dank für die tollen Geschichten und Fotos Eurer Weltreise! A new author ist Born, wirklich mitreissend und amüsant! Geniesst es weiterhin und bleibt gesund! 😘😃🤗. Herzgruss, Anita mit Oli & Louis Santiago ❤️
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Hallo zämme,
Jetzt habe ich alles gelesen. Es war zuviel alles auf einmal, und dann habe ich es wider vergessen. Es ist spannend was ihr alles erlebt mit den Einheimischen, so erfahrt man am meisten.
Ich hoffe, dass ihr es auch gut habt in Namibia, ich probiere wieder einmal zu telefonieren mit Whats app.
Viele Grüsse aus Gelterkinden dein Gotti Trudi und Kurt
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