Germany – Kartoffeln, Pfand und Barzahler

Da wir den Humor, trotz der nervenaufreibenden Zeit in Frankfurt (es ging ja nicht nur Ela’s Gepäck alleine auf Reisen, auch musste die Nati die Heimreise nach dem Elfmeterschiessen antreten) – nicht verloren haben, hier einen Einstiegs-Witz:

Was ist der Unterschied zwischen einem Berliner Bäcker und einem Pariser Bäcker? Der Pariser Bäcker kann Berliner backen. 


Janz Berlin is eene Wolke | 3. + 4. Juli 2021

Mit der Bahn reisten wir ganz gemütlich von Frankfurt zum multikulturellen Berlin. Unser B&B lag direkt neben dem «Charlottenburger Tor» und somit auch dem «Tiergarten» – das grüne Herz Berlins. Wir nutzten die Gelegenheit – diese Oase zum Entspannen zu nutzen, als auch sogleich zum Brandenburger Tor zu gelangen. Natürlich klapperten wir auch die anderen Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe ab, wie das «Reichstagsgebäude», den «Bundesrat», die «Siegessäule», das «Holocaust Mahnmal» und noch vieles mehr.

Den Tätern auf der Spur. Ja Seebi nutzte die Gelegenheit und besuchte das «Deutsche Spionagemuseum» beim Potsdamer Platz. Dieses gewährt einen einzigartigen Einblick in die Arbeit der Agenten und Spitzel. Diese gehören im Übrigen zu den ältesten Berufen der Welt. Das einzige Spionagemuseum Deutschland bietet eine packende Zeitreise und hunderte seltene Objekte lassen die Geschichte aufleben. Spionage-Ausrüstung wie BH-Kameras, Wanzen in Lederschuh, Regenschirme mit Giftpfeil… – sozusagen ein «Männerhort». Ela gönnte sich ein «Käffeli» und genoss das bunte Treiben auf dem Potsdamer Platz. Win-win. 


«Teufelszeug» | 5. Juli 2021

Petrus hatte einen schlechten Tag. Aber «dit war uns schnurz piepe!» – denn schliesslich sind wir Wasserdicht. Also schnappten wir unsere Regenjacken und auf ging es zum «Teufelsberg» im Grunewald. Der Teufelsberg ist ein Trümmerberg, Aussichtspunkt und ein Monument der Geschichte – und zugleich mit 120.1 Metern die zweithöchste Erhebung in Berlin. Wie aus einer anderen Welt erhebt sich die verfallene US-amerikanische Abhörstation auf dem Gipfel. Es sah wirklich ein wenig «abgespaced» aus. Weiter führte unsere Reise zum Koenigsee. Der künstlich angelegte See liegt inmitten der Berliner Villenkolonie Grunewald. Auch Romy Schneider hatte dort eine Villa. Nach diesem Ausflug mit Landidylle-Flair ging es zurück in die Stadt – wo Hektik herrschte. Der niederländische König Willem-Alexander und Königin Máxima waren auf Staatsbesuch in Berlin eingetroffen. Puh – ganz schön viel Wirbel. Zum Glück sind das ja nicht unsere Steuern… Das war uns dann doch zu nervös und schliesslich waren wir etwas unterzuckert und Ela freute sich schon den ganzen Vormittag auf das «Highlight» Currywurst. Mmmmmmhhh – «Dit finden wir knorke!».

Den restlichen Nachmittag widmeten wir der Berliner Maurer – zumindest einem Teil davon. Wir besuchten die «Gedenkstätte Berliner Mauer», der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung. Auf dessen Areal befindet sich das letzte Stück der Berliner Maurer, das in seiner Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist. Die «Kapelle der Versöhnung», die auf dem Fundament der einstigen «Kirche der Versöhnung» gebaut wurde, ist ein zentraler Ort des persönlichen Gedenkens an die Opfer der Mauer. Das längste erhaltene Mauerstück steht an der Spree. Das 1.3 km lange Mauerstück wurde von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt und trägt den Namen «längste Open Air Galerie der Welt». Und da wir gerade in der Nähe der auffälligen «Oberbaumbrücke» waren, passierten wir die aufwendig gestaltete Brücke. Diese gehört zu den schönsten und imposantesten Brücken der Hauptstadt –und auf jener erhaschte man einen Blick auf das «Molecule Man». Der «Checkpoint Charlie» ist der bekannteste Grenzübergang zwischen West und Ost, welcher durch die Amerikaner kontrolliert wurde. Er steht für die bedeutenden Ereignisse der Weltgeschichte und tragische Fluchten. So viel Geschichte macht hungrig – und schliesslich war es seit der Currywurst schon ein paar Stunden her. In Deutschland gibt es über 16’000 Dönerbuden – Berlin mit 1’000 Läden gilt als «Hauptstadt des Döners». 600 Tonnen Fleisch stecken sie dafür täglich an die Spiesse. Und da gerade unser «Fastfood-Tag» war – konnten wir nicht wiederstehen. Teufelszeug diese Kalorienbomben! *lach*


Ick glob mir laust der Affe | 6. Juli 2021

Der Alexanderplatz – das Zentrum, ein beliebter Treffunkt für Berliner und Touristen. Auf dem Platz, der den Namen des russischen Zaren Alexander I. trägt, befindet sich die unter Denkmalgeschützte «Weltzeituhr» und den «Fernsehturm» kann man schlichtweg nicht übersehen. Der «Alex» ist nur für Fussgänger und die Strassenbahn zugänglich und einer der bekanntesten Plätze Europas. Wir besuchten zudem das «Rote Rathaus» – es ist der Sitz des Regierenden Bürgermeisters. Über diesen roten Teppich gingen schon Bill Clinton und König Harald V. von Norwegen, Nelson Mandela, Sophia Loren und viele andere prominente Gäste. Da fühlt man sich in Jeans und T-Shirt etwas «underdressed», aber nicht weniger wichtig. *blöff* Den letzten Abend liessen wir im Restaurant «Dicke Wirtin» ausklingen. Ja diese Berliner und ihren Humor. Berlin war nicht nur deftig-lecker, auch die derb-ehrliche Berliner-Schnauze wird uns in herzhaft-toller Erinnerung bleiben.


Moin Hamburg!

Gerade mal zwei Stunden dauerte die Fahrt vom Berliner HB zu den «Fischköppe» in Hamburg. Ein Katzensprung schlechthin. 

Es heisst «Moin». «Moin, Moin» ist schon «Gesabbel». Und das norddeutsche «Jo» gilt als vollständigen Satz. Die Hamburger sind ganz schön Wortkarg und ja, eine «Schnack» – gemütliche Plauderei – ist meistens eher kurz, dafür umso direkter. 

Die Hansestadt hat viele Facetten und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Vom Hafen über die Reeperbahn, die Alster bis zum Stadtpark – es gibt allerhand zu besichtigen. Und da galt es, keine Zeit zu verlieren. «Na denn man tau» – na dann mal los!

Aber zuerst ein Start-Witz, so viel Zeit muss sein. Ein Hamburger im Burgerladen: «Ich nehme das Zweite-Liga-Menü.» – «Das was, bitte?» – «Geben Sie mir einfach elf Hamburger.»


Facettenreicher Spaziergang ins Grüne | 7. Juli 2021

Vorab: Hamburg hat uns mit seinem maritimen Charme und nordischen Flair in den Bann gezogen. Wir flanierten am «Osterbekkanal» entlang der «Aussenalster» – welche durch die «Kenedybrücke» von der «Binenalster» getrennt ist. Ganz schön grün – und man vergisst, dass man sich inmitten der zweitgrössten Stadt Deutschlands befindet. Der Alsterrundweg ist ein kleines Paradies. Man geniesst die grandiose Sicht auf die Segelbote mit Stadtsilhouette und der «Heinrich-Hertz-Turm» (Fernsehturm) präsentiert sich ebenfalls von seiner pompösen Seite. Durch die Altstadt machten wir uns auf die Suche für ein leckeres «Abendbrot». Aber irgendwie wollte uns keiner. Entweder hatten sie eine geschlossene Gesellschaft oder nur das All you can eat-Angebote. «Nu is daddeldu» – jetzt reicht es! – dachten wir uns und machten uns auf zu unserem «ibis Styles Hotel» in Hamburg-Barmbek. Und im «Phở Hanoi» wurde dann für unser wohl gesorgt.


Weil wir Hamburg sind  | 8. + 9. Juli 2021

Zwar nicht Waschechte, aber da wir Hamburg sofort ins Herz geschlossen haben – zählt das. Und schliesslich hatten wir schon am zweiten Tag den Dreh raus, wie das hier mit den Fussgängern und Velofahrern so läuft. Wer wo Vortritt hat und wie man sich verhält, wenn einem das eigene Leben wichtig ist. *bigsmile* Hamburg ist die Stadt mit dem längsten Netz an Radwegen in Deutschland und somit sind ganz schön viele Radler unterwegs. Das Projekt «Drahtesel-Fahren» heben wir uns für ein andermal auf.

Es führt kein Weg an der Speicherstadt vorbei, die mit ihren historischen Backsteingebäuden mit ihren bizarren gotischen Türmchen und Giebeln romantisch-schummrige Stimmung verstreut. Die schmalen Fleete (schiffbare Kanäle), Brücken und Strassen entlang des weltgrössten zusammenhängenden Lagerhauskomplexes sind fester Bestandteil und Identität der Hansestadt.

Das im 2016 fertiggestellte Konzerthaus «Elbphilharmonie» verkörpert sinnliche Moderne oder eleganter Neobarock. Die Kritiker bezeichnen das auf dem Sockel eines alten Kaispeichers erbaute «Elphi» als «kühne Konstruktion». Es gehört nun zum Stadtbild wie die «St. Michaelis Kirche». In seiner knapp 400-jährigen Geschichte musste die Barockkirche «Michel» zweimal komplett wieder aufgebaut werden und zählt mit seinem Kupferplatten verkleideten Turm zu den schönsten Kirchen Norddeutschlands. Der Turm von «St. Nikolai» war 1874 einmal der höchste Kirchturm der Welt. Heute steht er mit seinen knapp 148 Metern auf Platz 5 – jedoch ist seit 1874 viel passiert. Im 2. Weltkrieg diente der Turm als Orientierung für die englischen Kriegsflugzeuge und wurde zu weiten Teilen zerstört. Heute steht sie als Mahnmal und Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes. Das 1911 eröffnete Bauwerk «Alter Elbtunnel» unterquert die Nordelbe und verbindet die Landungsbrücken mit dem Hafengebiet in Steinwerder. Der Tunnel ist 426.5 Meter lang und wird als öffentlicher Verkehrsweg für Fussgänger und Radfahrer genutzt. Das ist die perfekt Tour für einen wohltemperierten Ausflug – sprich eine nette Abkühlung zwischendurch. 

In der «Deichstrasse» befinden sich die letzten erhaltenen althamburgischen Bürgerhäuser und besitzt daher einen historischen Wert, gleichzeitig ist dies der Ausgangspunkt für den grossen Hamburger Brand 1842. Sie wurde liebevoll wieder aufgebaut und der Charme, welche die Deichstrasse der Innenstadt verleiht, ist wundervoll. Es gibt so viel Schönes in Hamburg zu entdecken – und zu degustieren. Ob lecker «Fischbrötchen» oder herzhafte «Currywurst» – wir kamen wirklich nicht zu kurz.

Klei mi an’n mors – «LmaA»… oder in diesem Fall: Ist uns eigentlich «Wurst»

Ex-Kanzler Gerhard Schröder ist ihr Fan und Herbert Grönemeyer hat sie besungen: Die Currywurst! In Deutschland werden jährlich über 800 Millionen Currywürste verzehrt – und im 2021 noch ein paar mehr!! *hihihi* Obschon sie eine richtige «Kalorienbombe» ist, ist sie das Lieblingsmahl der Deutschen. Gleich mehrere Städte buhlen um den Geburtsort. Bisher hatte Berlin die Nase vorn, aber auch Hamburg und die niedersächsische Kleinstadt Bückeburg bei Minden beharren ebenfalls darauf. Uns ist es eigentlich ziemlich Wurst, von wo dieser leckere Happen kommt – uns schmeckte es vorzüglich.

Auf dem Kiez: Reeperbahn

Es regnet nicht in Hamburch. Das ist nur feuchte Luft! Respektive Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen. Und Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben! Und weil es am Freitag-Abend so arg feuchte Luft war – sprangen wir durch die Pfützen, bis wir an der Reeperbahn bei der «Alm» Unterschlupf fanden. Schnell knüpften wir Anschluss – zwei Bündner waren auch unterwegs! Ach war das schön, mal wieder auf «Mundart» einen Schwatz zu halten. Die Reeperbahn ist die zweitbekannteste Strasse der Welt. Nach der Wall Street. *Ohä* Sie ist das Zuhause der Nachtschwärmer und Kneipengänger und hat einen etwas «verruchten» Ruf! Olivia Jones, die «bunte» Dragqueen, huschte kurz an uns vorbei – und das verdeutlichte uns, was den Kietz so auszeichnet. Die vorhandene Toleranz gegenüber Nationen, Glaubensrichtungen sowie Outfits. Es kann jeder sein, was und wie er will. Das war mal wieder ein sehr unterhaltsamer Abend: Super spontan. Kunterbunt. Herzhafter Bauchmuskelkater. 


Zwei Seeräuber unterwegs | 10. Juli 2021

Perspektivenwechsel. Am Samstag erkundeten wir Hamburg vom Wasser aus. Bei einer Hafenrundfahrt durch die Speicherstadt sowie den Containerterminal auf der Elbe. Start war der Hamburger Hafen. Hamburg hat einen der grössten Umschlaghäfen der Welt und wird deswegen auch gerne das «Tor zur Welt» genannt. Wir kamen in den Genuss der wunderschönen Hamburger Skyline und der Kapitän erzählte uns mit der typisch lockeren Hamburger Art und Weise viel Wissenswertes. Hamburg ist mit über 2’500 Brücken die brückenreichste Stadt Europas. Mehr als in Amsterdam und Venedig zusammen. Ja und im zweit grössten Containerhafen Europas direkt neben, beziehungsweise vor den Schiffen staunt man nicht schlecht, wie klein man sich auf einmal fühlt. 


Seemann, Elbe und Fischbrötchen | 11. Juli 2021

Am Sonntag ist Fischmarkt – ob gross ob klein, hier trifft sich jetzt wirklich ganz Hamburg. Einige kamen direkt von der Reeperbahn, andere von der Kirche. Ganze Familien waren unterwegs und ob frisches Krabbenbrötchen, Rollmops, Aal, Forellen, Lachs, Früchte-/ Gemüsekorb, Luftballons, Mandeln oder Gemüseraffeln, alles kriegt man auf dem Markt. Und auch den Blumenstrauss für Muti. Für uns war der Markt sehr schön anzusehen – jedoch waren wir nach den vielen Märkten in Afrika doch etwas überrascht – wie «ruhig» es auf dem Markt von statten ging, geschweige denn die Hygieneregeln. Noch einen kleinen Augenschein nahmen wir auf das wundervolle «Docklands», welches mit einem markanten Querschnittform an der Elbe thront. Und zu guter letzt gönnten wir uns noch einen Kaffee beim «Schnellfischposten». Ein Filterkaffe mit Kult-Faktor. Wer schon mal die Talk-Show «Inas Nacht» auf NDR gesehen hat – weiss, von welcher urigen Hafenkneipe die Rede ist. Und dann hiess es für uns «Moin Hamburch»! Den Moin wird nicht nur als Begrüssung, sondern auch als Abschiedsgruss verwendet.


Seelenbalsam Ostfriesland

Wir schliefen zwar in Bremen – aber eigentlich war Ostfriesland unser gestecktes Ziel. Da unser Budget keine Übernachtung an der Küste zuliess und wir mit dem Interrail-Ticket unbegrenzt die S-Bahn nutzen konnten, haben wir uns dazu entschieden, Ostfriesland mittels Tagesausflügen zu erkunden. 

Als Warm-up aber erstmals einen Witz: 
Ein Ostfriese und ein Bayer begegnen sich im Fahrstuhl. Sagt der Bayer: «Grüss Gott.» Darauf der Ostfriese: «So hoch fahre ich nicht.»


Cuxhaven | 12. Juli 2021

Den Duft der See in der Nase. Weite Sandstrände. Bunte Strandkörbe. Kreischende Möwen und natürlich eine steife Nordseeküsten-Brise im Mündungsbereich von Elbe und Weser. Cuxhaven ist eine Stadt mit maritimen Charakter und einer faszinierenden Landschaft voller Kontraste.

Im Stadtteil Altenbruch hinter dem Deich steht die 13 Meter hohe, denkmalgeschützte «Dicke Berta». Sie wurde 1897 zusammen mit zwei weiteren Leuchttürmen errichtet – und sie ist wirklich eine Schönheit! Zugegeben, sooooo voluminös sieht die «Dicke» jetzt auch nicht wieder aus. Wenn man allerdings die Schwester, die «Schlanke Anna» in Osterende-Groden betrachtet, dann muss man zugeben, dass Berta doch ein bisschen dicker ist.

Unser Picknick genossen wir auf einer Bank mit Sicht auf den Grünstrand mit den vielen Strandkörben, während an uns die Ozeanriesen nah am Ufer vorbeifuhren und die Schafe ganz gemütlich im Watt grasten und die Möwen ihre Runden flogen.


Norden | 13. Juli 2021

«Norden» liegt im Westen von Ostfriesland. Hehe, ja klingt zunächst etwas verwirrend. Und etwas verwirrend war der ganze Tag. Wir stiegen eine Haltestelle früher aus – als unser Endziel war. Egal. Nachdem dann auch noch der Bus zu spät kam und einfach an uns vorbeifuhr, ohne Halt zu machen und die nächste Bahn 45 Minuten Verspätung hatte, machten wir uns zu Fuss auf den Weg. Unterwegs sahen wir dafür die evangelisch-lutherische «Ludgeri-Kirche». Es ist schon speziell, wenn der Glockenturm durch eine Strasse von der Kirche getrennt ist. Und auch die «Deichmühle» sowie die «Frisiamühle» – mit ihren je knapp 30 Metern sind eine Augenweide. Erstes Etappenziel war die «Seehund-Station Nationalparkhaus». Das Projekt haben wir jedoch gleich wieder abgebrochen, als wir die Warteschlange gesehen haben. Weiter ging es zu den Strandkörben. «Läck» haben wir nicht schlecht «geschaut», als wir die Menschenmenge gesehen haben. Und zudem war es ein «schampar» lautes «Gewirr war». Es gibt jetzt drei Möglichkeiten: 1. Wir sind uns diese Menschenmengen nicht mehr gewohnt. 2. Wir werden alt. 3. Wir mutieren zu Einsiedlern. Wobei, das zweite kann ja gar nicht sein, Ela wurde auch dieses Jahr 27 Jahre jung!! Das Wetter machte auf Herbst und somit zogen wir es vor, etwas früher zurück nach Bremen zu fahren als geplant – machte aber nichts.


Zuhause beim Kult-Klamauk-Komiker Otto · Emden  | 14. Juli 2021

Wenn wir schon in der Stadt von Otto Waalkes sind – gehört es sich an dieser Stelle, mit einem Otto-Witz zu starten. Fragt die Lehrerin: «Was heisst Bürgermeister auf Englisch»? Da antwortet Otto: «Burger King».

Bevor wir Emden unsicher machen konnten, mieteten wir Velos. Das hatten wir uns nach den langen Fussmärschen in den letzten Tagen wirklich verdient. Geht ja auch viel schneller. Klingel-Test. Check. Und ab ging es in die Pedalen. Wobei, weit kamen wir ja nicht. Erster Stopp war die «Putzfrau Peterke». Die Strassenkehrerin, welche in den 1950er Jahren so ihr Geld verdiente, war eine echter Kiez-Promi. Es heisst, wer Glück und Reichtum braucht, soll an ihrem Besen reiben. Tja – nicht dass Ela abergläubisch ist, neinein – aber sicher ist sicher! *bigsmile* Gegenüber vom «Da Otto Huus» liegt das Rathaus. Im 2. Weltkrieg wurde dieses komplett zerstört. Bernhard Brahms, ein Emder Bürger, stiftete dem Rathaus das Glockenspiel, als Dank, dass er den 6. September 1944 überleben durfte. Dazwischen liegt der alte «Binnenhafen», welcher eine maritime Aussicht auf den «Alten Ratsdelft» bietet. Um 1570 war Emden der wichtigste Umschlagplatz an der Nordsee. Zu dieser Zeit waren an der Seehafenstadt mehr Schiffe beheimatet als die ganze Flotte in England umfasste. «Schreyers Hoek» heisst übersetzt «Jammer-Ecke», und ist zumindest heute eine wunderschöne Landzunge im Alten Binnenhafen. Im 16. Jahrhundert legten da die Schiffe an als auch ab – und die Frauen und Kinder nahmen Abschied von den Seeleuten. Leider kehrten nicht alle von den grossen Fahrten zurück. Das «Fischermädchen Jantje» steht als Sinnesbild – wie Hart das Leben für Familien war, vom Fischfang zu leben und die drei «Duftspucker» Skulpturen runden das wundervolle Bild ab.

Nach dieser kleinen Geschichtsrunde führten wir unsere zwei «Drahtesel» aus. Ziel: Der Naturstrand «Knock». Zur Linken Seite die «Ems», zur Rechten Schafe, Windräder und die Deiche. Herrlich. Nur «büschn Wind». Ja es war in der Tat etwas «Schietwedder», aber was soll’s – es hielt sich alles im Rahmen. 


Den Bremer Stadtmusikanten auf der Spur | 15. Juli 2021

Kaum ein Kind – zumindest noch in unseren Jahrgängen – kennt sie nicht. Die Bremer Stadtmusikanten. In der Hansestadt Bremen haben die berühmten Vier ihre Heimat gefunden. Ja die hatten wahrlich einen guten Riecher – denn Bremen ist wirklich «schmuck».

«Ach» dieser Aberglaube! Es heisst, es bringt Glück die Vorderbeine vom Esel zu umfassen. Hehe – Ela ist da wirklich nicht die Einzige, die an «Märchen» glaubt. Schön ist die Bronze-Statue von diesem tierischen Quartett, die in unmittelbarer Nähe vom «Bremer Rathaus» platziert ist. Das Bremer Rathaus ist ein echtes Schmuckstück und steht direkt an der guten Stube, dem historischen Marktplatz. Das Rathaus prahlt mit einer prachtvollen Fassade im Stil der Weser-Renaissance. Zudem ist es das einzige Rathaus in Europa aus dem Spätmittelalter, das nie zerstört wurde und alle Kriege unversehrt überstand. Eine weitere Sehenswürdigkeit am Marktplatz ist der «St. Petri Dom», welcher auf über 1’200 Jahre Geschichte zurückblickt und eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt ist. Die Stadtkirche «Unser Lieben Frauen Kirche» ist seit dem 11. Jahrhundert die älteste Pfarrkirche Bremens und 1404 entstand der steinerne «Roland». Er ist die Symbolfigur für Freiheit und Rechte der Stadt. 

Die 110 Meter lange «Böttcherstrasse» ist ein bezauberndes, beeindruckendes Kunstwerk aus Backstein. Es war ein Genuss, durch die Gasse zu flanieren und den Klängen des Glockenspiels zu lauschen.

Das älteste Viertel ist das «Schnoorviertel». Es verzaubert einem mit Charme. Es reiht sich ein kleines, buntes, schmales Häuschen ans nächste – wie an einer Schnur aneinander gereihte Perlen. Schnoor heisst Schnur. Die Gassen sind teils so eng, dass man sie mit ausgestreckten Armen beidseitig berühren kann. Und wer nicht bis zum Advent warten mag – kann das ganze Jahr über wortwörtlich «Weihnachtsträume» kaufen. Was es nicht alles gibt.

Relaxen und frische Luft schnappen kann man im wundervollen Park «Wallanlagen». Entchen schwadern im Teich, Monumente sorgen für ein bisschen Kultur und auch findet man eine illegal aufgestellte Bronzeskulptur. Ein anonymer Künstler stellte dies bei einer Nacht-und-Nebelaktion in die Wallanalage. Uns gefällt’s. Wir genossen den Part Germany – zwar sehr unvorbereitet und überraschend – missen möchten wir diesen jedoch nicht.  


Und an dieser Stelle noch einen Tipp für alle Singles, die eine Liebeserklärung auf «Norddeutsch» machen möchten: ♡ ♡ ♡ «Du bist mir nicht ganz unsympathisch.» ♡ ♡ ♡ Mit diesen Worten «löppt» es dann ganz bestimmt.  


So – und jetzt noch einen «Schmunzler» zum Abschluss: 
Ein amerikanischer, ein deutscher, ein französischer und ein schweizer Junge diskutieren, woher Babys kommen. Der Amerikaner erklärt: «In Amerika produzieren Roboter Babys in grossen Fabriken.» Der Deutsche sagt: «In Deutschland bringt der Storch die Babys.» Der Franzose fügt hinzu: «In Frankreich machen ein Mann und eine Frau Liebe miteinander, um ein Baby zu zeugen.» Zuletzt meint der Schweizer: «Bei uns ist das von Kanton zu Kanton verschieden.»

Gegenwind formt den Charakter. Und alle die uns kennen wissen ja, dass wir ab und an gegen den Strom schwimmen. Auf geht es in ein neues Gewässer. Belgien wir kommen.

Dröööckerlis oder wie es in Bremen heisst: «lasst euch knuddeln»!
Ela & Seebi

4 Kommentare zu „Germany – Kartoffeln, Pfand und Barzahler

    1. Herzlichen Dank für die Interessanten Berichte. Ich freue mich immer sehr darauf.
      Danke für die Karte.

      Weiterhin gut Reise
      Erika

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  1. Interessant, ich habe gerade wieder einmal Lust auf Hamburg bekommen, ist auch schon wieder eine Weile her. Geniesst das Leben und weiterhin eine lässige Reise. Hier war landunter, zwischenzeitlich hat sich die Lage stabilisiert. Die Schäden sind gewaltig. Jetzt sieht es nach Sommer aus. Einen Sonnengruss aus Luzern, Vera und Peter

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  2. Hallo ihr beiden Weltenbummler

    Sehr spannend eure Berichte zu lesen, vor allem wenn man selber auch unterwegs ist. Unsere 6 wöchige Reise durch Schweden neigt sich aber dem Ende zu, leider. Aber wenn ihr noch einen Tipp braucht, wo man mit wenig COVID-19 Restriktionen unbeschwert reisen kann, würde ich euch Skandinavien, im spezifischen Schweden wärmstens empfehlen. Ist wirklich mega cool und die lieben Trolle sind sehr nett, hilfsbereit und zuvorkommend.

    Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Spass.
    lg rotsch

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